Donnerstag, 5. Dezember 2013

Kunstleder vernähen - Tutorial für eine Handytasche

Seit ich mein neues Handy - ähm Smartphone natürlich - habe, fehlt mir eine Tasche dafür. Es hat zwar eine Silikonhülle als "Runterfallschutz" bekommen, aber zum einfach mal so in die Handtasche stecken reicht mir das nicht. Also habe ich gestern kurzentschlossen das lange gehütete knallgrüne Kunstleder angeschnitten, mich schon riesig gefreut - und dann war die Hülle leider zu klein... wie gut, dass das Handy vom Liebsten etwas kleiner als meins ist, also abends Maß genommen und die Hülle in der Länge gekürzt - schon darf er sich darüber freuen :)

Natürlich hatte ich davon immer noch keine Hülle, also habe ich mir jetzt eine neue genäht und schreibe euch ein paar Tipps dafür zusammen:
  • (Kunst-)Leder lässt sich gut mit Papierklemmen "stecken", Stecknadeln sind schwer rein zu bekommen und hinterlassen Löcher.
  • (Kunst-)Leder trägt doch mehr auf als erwartet, also lieber reichlich Nahtzugabe lassen und erstmal großzügig nähen, wenn es auf die Größe ankommt. Nach und nach kleiner machen geht immer. Ich habe bei der Handygtasche 2 cm im Umfang zugegeben und die auch fast gebraucht, die Hülle sitzt damit etwas locker, was bei der zusätzlich verwendeten Silikonhülle am Handy aber sehr praktisch ist. Und die Nahtzugabe im Inneren der Hülle trägt nochmal zusätzlich auf, bei Stoff fällt dieser zusätzliche Umfang nicht weiter ins Gewicht.
  • Markierungen lassen sich auf der linken Seite des Kunstleders gut mit Kugelschreiben aufbringen, das Gewebe nimmt die Farbe sehr gut an.
  • Die Stichlänge darf großzügig sein, sonst wird das (Kunst-)Leder sehr stark perforiert. Ich habe eine Länge von 3,5 verwendet.
  • Die Wendeöffnung sollte großzügig sein, da das (Kunst-)Leder doch recht sperrig ist.

Aber nun gibt es erstmal die fertige Tasche für euch:



Und wenn ihr jetzt auf den Geschmack gekommen seid und auch sofot loslegen wollt, greift euch ein Stück Kunstleder für außen und einen Futterstoff für innen und los gehts:
1. Der Stoffbruch liegt bei mir an einer langen Außenkante der Tasche. Daher wird nun die Oberkante beider Stoffe rechts auf rechts zusammen genäht. Die Größe der Stoffstücke müsst ihr am Handy ausmessen und dann großzügig Zuschneiden (siehe oben).
Natürlich könnt ihr auch Stoff für die Außenseite verwenden. Diesen müsst ihr je nach Festigkeit ggf. Verstärken, beispielsweise mit einem Bodenwischtuch hinterlegen, und dann genau wie das Leder verarbeiten.
2. Die Nahtzugaben zum Oberstoff hin klappen und von rechts absteppen.

3. Nun die Tasche der Länge nach rechts auf rechts zusammen stecken. Dabei darauf achten, dass die Oberkanten des Oberstoffs genau aufeinander treffen.
4. Die kurze Seite des Oberstoffs und die gesamte Längskante zusammennähen. Die kurze Seite des Futters dient als Wendeöffnung.
5. Die Tasche wenden. Jetzt ist Zeit für die erste Anprobe. Sollte die Tasche noch etwas zu locker oder doch zu fest sitzen, könnt ihr nun problemlos nochmal alles zurück krempeln und die Naht anpassen. Wenn alles sitzt wird die Wendeöffnung geschlossen. Natürlich könnte man das mit dem Matratzenstich machen, aber da man das Futter später nicht mehr sieht, habe ich es einfach knappkantig von rechts zusammen genäht.
6. Das Futter in die Tasche stecken und schon seid ihr fertig :)


Bitte verwendet diese Anleitung nur für private Zwecke. Über Fotos von euren Hüllen freue ich mich immer!

Ich wünsche euch einen schönen und nicht zu stürmischen Donnerstag und schaue jetzt mal, was ihr so bei RUMS gezaubert habt.

1 Kommentar:

  1. Wow!!! Das ist ein super Post meine Liebe!!! Klasse!!!!
    Da kriegt man ja gleich Lust, sie nachzubasteln!!!
    Schönen Abend für euch!!!

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